Murro ist für dich, wenn du mit einer bipolaren Störung oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) lebst. Es ist eigens für diese beiden Erkrankungen gebaut – für Episoden, für Medikamente, dafür, wie das Gedächtnis genau dann versagt, wenn du es am dringendsten brauchst. Du musst nichts „richtig“ können. Komm einfach so, wie du bist. Wenn du keine Diagnose hast und deine Stimmung schwankt – komm auch, niemand schickt dich weg. Nur damit du es weißt: Gebaut ist es für diese beiden.
Wenn die Stimmung schwankt, verliert man leicht den Boden unter den Füßen. Diese App ist ein einfacher Anker für jeden Tag. Ein paar Minuten am Tag: Schlaf, Essen, Stimmung eintragen. Aus diesen kleinen Punkten werden mit der Zeit Zusammenhänge sichtbar – für dich und für deine Ärztin oder deinen Arzt.
Das Wichtigste: Das ist keine Ärztin und kein Arzt und kein Ersatz für Behandlung. Es gehört neben deine Psychiaterin oder deinen Psychiater, neben deine Therapie – nicht an ihre Stelle.
Das Herz der App. Hier trägst du Schlaf, Stimmung, Essen, die kleinen Dinge ein, die heute geklappt haben, und einen Wert für den Tag insgesamt. Du musst nicht alles ausfüllen. Schon ein Punkt ist gut.
Trag ein, was du am Tag gegessen hast – Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Snack –, damit das Essen nicht untergeht. In schweren Zeiten gerät der Appetit oft durcheinander. Du kannst ein paar Worte dazuschreiben: was auf dem Teller war, warum wenig oder viel.
Einfach, wie viel es an dem Tag war – oder dass es nichts war. Einen Zähler für nüchterne Tage gibt es hier nicht und wird es nicht geben: Eine Zahl, die nach einem schweren Abend auf null springt, verkündet ein Scheitern genau dann, wenn am wenigsten Kraft da ist. Eingetragene Tage bleiben eingetragen, nichts zählt hoch, also kann auch nichts zurückspringen. Der Sinn ist ein anderer: zu sehen, wie Alkohol sich auf den Schlaf und auf den nächsten Tag legt – und das ist bei bipolarer Störung einer der deutlichsten Hebel.
Wenn du es genauer willst – hier kannst du Hoch und Tief getrennt eintragen und dazu, wann du deine üblichen Alltagsdinge machst. Je regelmäßiger der Tagesablauf, desto gleichmäßiger das Befinden. Das ist freiwillig – klapp es auf, wenn dir danach ist.
Das ist ein KI-Bot – kein Mensch, keine Therapeutin und kein Therapeut. Bei ihm kannst du dich aussprechen, nach einer Technik zum Beruhigen fragen oder einfach sortieren, was gerade los ist. Er kennt deine letzten Einträge und versteht deshalb den Zusammenhang. Er schreibt nie zuerst und zwingt dich zu nichts.
Wenn es richtig stürmt – hier kannst du Emotionen und Drang eintragen, auch den Drang, dir selbst wehzutun. Sind die Werte hoch, bietet die App sofort Hilfe an.
Kurze Übungen aus der DBT und der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) für schwere Momente – um eine akute Welle abzuwarten, statt blind gegen sie zu kämpfen. Außerdem gibt es „Menschen und Gespräche“: wie du etwas Schweres sagst, wie du Nein sagst, ohne dass es Streit gibt, und was du tust, wenn es sich anfühlt, als hätte man dich zurückgewiesen.
Deine eigenen Schritte und Kontakte für den Fall einer Krise. Am besten füllst du ihn vorher aus, in einer ruhigen Zeit – damit du im schweren Moment nicht nachdenken musst, sondern ihn einfach öffnest.
Der Knopf „Hilfe“ ist auf jedem Bildschirm der App. Einmal antippen, und du siehst echte Nummern von Krisentelefonen für dein Land und ein paar Schritte für jetzt sofort. Du musst vorher nichts ausfüllen, und nichts wird irgendwohin gesendet. Wenn du das ohne Konto liest: Der Knopf „Hilfe“ ist auch auf dieser Seite.
Deine eigenen Frühwarnzeichen dafür, dass es anfängt wegzurutschen – damit du es erwischst, bevor es über dir zusammenschlägt.
Für die Stunde, in der du etwas schreiben willst – und es danach nicht mehr zurückholen kannst. Ein Streit, „gelesen, keine Antwort“, das Gefühl, dass man dich verlässt. Du schreibst alles, was du sagen willst, und schickst es NICHT ab. Du wählst, wann du zurückkommst: 20 Minuten, eine Stunde oder bis zum Morgen. Dann zeigt die App es dir noch einmal und fragt: loslassen, anders sagen oder selbst schicken. Meist bleibt die Hälfte übrig, und die ist genauer. Die App schickt nichts ab, an niemanden – sie kann es gar nicht. Es ist einfach ein Ort, an dem Worte warten. Früher öffnen kannst du immer. Davor siehst du einen Satz – deine eigenen Worte, die du dir vorher geschrieben hast.
Acht kurze Kapitel darüber, was man über die bipolare Störung und die Borderline-Persönlichkeitsstörung überhaupt weiß: wie es weitergeht, was von selbst nachlässt und was lange bleibt, warum eine Zurückweisung so hart trifft, warum ein Hoch fast immer übersehen wird. Das ist allgemeine Information über die Erkrankungen, keine Aussage über dich – in diesen Texten steht kein Wort über deine Einträge, und die App liest sie nicht. Jedes Kapitel endet mit einer Frage, die sich daraus ergibt. Einmal antippen, und sie steht auf der Liste für den Termin, damit du sie dort nicht von null an zusammensuchen musst. Das liest man einmal, an einem ruhigen Tag. An einem schlechten Tag musst du da nicht hin.
Zwei einfache Dinge. Erstens: Du kannst parken, was du kaufen willst – für eine Stunde, für sechs oder für einen Tag. Wenn die Zeit um ist, fragt die App einmal: Willst du es noch? Oft ist die Lust darauf bis dahin von selbst vorbei. Zweitens: Du kannst eintragen, was du gekauft hast, und den Betrag, wenn du willst. Dann siehst du, wohin das Geld in den letzten 30 Tagen gegangen ist. Ohne Budgets, ohne „du gibst zu viel aus“, ohne Rot – nur eine Liste und eine Summe, damit du nicht raten musst. Was es hier nicht gibt: Die App sieht deine Karte nicht und kann nichts sperren. Die Pause hält nur, weil du sie hältst. Deshalb gibt es noch die „Worte an dich selbst“ – einen Satz, den du in einer ruhigen Zeit schreibst und siehst, wenn du die Pause früher aufheben willst. Aufheben kannst du sie immer – du liest nur vorher, was du dir selbst geschrieben hast.
Wenn du ein paar Tage oder ein paar Wochen weg warst – die App bittet dich nicht, das Verpasste nachzutragen, und zählt nichts. Ausgelassene Tage bleiben ausgelassen. Stattdessen zeigt sie dir, was du über deine Frühwarnzeichen eingetragen hast – beide Seiten, Hoch und Tief, denn ohne frische Einträge hat die App kein Recht zu entscheiden, welche von beiden es gerade ist. Diese Karte erscheint einmal pro Pause, und du kannst sie schließen.
Im Profil gibt es das Feld „Funktioniert etwas nicht?“ – schreib dort hinein, auch nur kurz. Die App hängt nur das Technische an: welcher Bildschirm, Fenstergröße, Sprache, Browser und ob es eine Verbindung gab. Deine Einträge, Gespräche, Medikamente und die Tagebuchkarte werden nie angehängt. Wenn dir E-Mail lieber ist – die Adresse steht gleich daneben.
Schlaf, Stimmung und Tagesablauf über Wochen. Einzelne Punkte fügen sich zu einem Bild, das du deiner Ärztin oder deinem Arzt zeigen kannst. Ein regelmäßiger Tagesrhythmus ist keine Kosmetik: Er ist eines der wenigen Dinge mit belastbarer Studienlage bei bipolarer Störung.
Die App kann dich an Medikamente erinnern, zu einer Zeit, die du wählst, und an den Therapietag. In der Benachrichtigung steht nie der Name des Medikaments – damit Menschen neben dir auf dem Sperrbildschirm nichts sehen, was sie nichts angeht. Einschalten in den Einstellungen, getrennt auf jedem Gerät: Wenn du es am Laptop einschaltest, kommen sie nicht aufs Handy.
Getrennt von den Medikamenten kannst du leise Abendnachrichten einschalten: eine Einladung, den Tag einzutragen, eine Technik für heute oder einfach „einen Tag auszulassen ist auch in Ordnung“. Höchstens eine am Tag. Diese Nachrichten halten dir nie ausgelassene Tage vor und zählen keine Serien – denn Lücken passieren genau dann, wenn es sowieso schwer ist.
Einen Tag auszulassen ist in Ordnung. Das ist keine Prüfung, und niemand bewertet dich. Mach so viel, wie du heute kannst.